JE EXTREMER DESTO LIEBER

Als Ultraläufer kann es ihm gar nicht weit und lange genug gehen. Selbst wenn sich das örtlich begrenzt in unzähligen kurzen Laufrunden abspielt. Und zur Not reicht ihm sogar die eigene Küche, um auf die sagenhafte Distanz von 70 Kilometern zu kommen. In Zeiten des Corona-Shutdowns natürlich kein Nachteil. Ein Sportler-Talk mit Extremläufer Rainer Predl. von Claus Funovits.  Fotos Saucony und Predl

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FRAGE: Rainer, wie bist du zum Ultralaufsport gekommen?
RAINER PREDL: Da muss ich ein bisschen ausholen: Zum Ultralauf selbst bin ich 2007 gekommen. Bis dahin habe ich 5- und 10-km- Läufe sowie Halbmarathons absolviert. 2007 bin ich dann beim Sturm Kyrill wegen eines Ampelausfalls Zeuge einer Kollision zwischen einem Zug und einem Auto geworden und war einer der Ersthelfer. Eine Vierjährige und ihr Onkel sind dabei ums Leben gekommen, der Vater des Mädchens hat überlebt. Zum Gedenken an dieses Zugsunglück absolvierte ich dann meinen ersten Ultralauf und schaffte in 6 Stunden 77 Kilometer. Das war damals für österreichische Verhältnisse nicht schlecht. Und so bin ich schon mit 17 Jahren in das Ultralauf-Nationalteam gekommen …

RUNNING: … und kannst bereits auf große Erfolge zurückblicken.
Herausragend war auf alle Fälle der Sieg beim Sahara Marathon 2014 in Algerien mit neuem Streckenrekord in 2:50 Stunden. Das war ein richtiger Marathon, aber unter sehr unmenschlichen, hohen Temperaturen. Stolz bin ich auch auf den 7-Tage-Laufband-Weltrekord mit 852 Kilometern den ich noch heute halte. Und dann sind sicher noch meine beiden
Österreich-Rekorde im 6-Stunden-Lauf mit 85 Kilometern und im 12-Stunden-Lauf mit 151 Kilometern erwähnenswert. Neben vielen anderen Erfolgen sind das für mich die spektakulärsten.

RUNNING: Was war dein schönstes Erlebnis?
Das war nach meinem Kniescheibenbruch aufgrund eines Sturzes im Training. Ich habe danach mehr als ein halbes Jahr ausgesetzt wieder zu trainieren begonnen und gleich meinen ersten 100-Kilometer-Lauf in Wien in 7 Stunden 8 Minuten mit persönlicher Bestleistung absolviert. Da hat einfach alles gepasst und ich hab enormen Spaß gehabt, weil mir das Laufen so sehr gefehlt hat. Ich habe von Beginn an gespürt: Das ist heute mein Tag!

RUNNING: Hattest du auch Erlebnisse, auf die du lieber verzichtet hättest?
Da fallen mir spontan zwei ein: Mein zweiter Start beim Sahara Marathon. Da habe ich nach ca. 25 km in Führung liegend extreme Magenschmerzen bekommen. Wir waren vor Ort unter prekären hygienischen Verhältnissen in einem Flüchtlingslager untergebracht. Trotz Warnung habe ich mir da anscheinend was eingefangen. Ich bin dann auf Platz 3 zurückgefallen und habe gegen die starke Dehydrierung ankämpfen müssen. Dank der Sportgetränke von Peeroton, die ich mitgeführt habe, habe ich mich dann quasi noch ins Ziel retten können. Noch schlimmer ist es mir bei meinem Versuch ergangen, einen 14-Tage-Laufband- Weltrekord aufzustellen. Da musste ich nach 400 km wegen einer Blutvergiftung abbrechen.

RUNNING: Was sind deine nächsten Pläne?
Zum einen ist in Planung, dass ich den 14-Tage- Laufband-Weltrekord noch einmal versuche, den möchte ich unbedingt brechen. Weiters hoch im Rennen ist bei mir der 3.100-Meilen-Lauf in New York, wo man 5.000 Kilometer schön im Kreis läuft, aber das möchte ich auch noch unbedingt machen. Und den berühmten Badwater Ultramarathon über 220
Kilometer in der Mojave-Wüste bei plus 50 Grad würde ich auch noch sehr gerne machen.

RUNNING: Wie versorgst du deinen Körper bei diesen extremen Belastungen mit allem, was er braucht?
Also ich schwöre da auf die Produkte meines Partners Peeroton. Bei den Bewerben etwa der Liquid Booster. Ich liebe ihn, weil man die Tube ganz einfach öffnen und wieder verschließen kann, ohne dass alles „pickig“ wird. Zum Beispiel bei meinem 12-Stunden-Rekord auf der Straße hat mir der Booster sehr geholfen. Gerne verwende ich auch den Protein-
Snack, den teile ich mir auf und den kann ich beim Laufen leicht essen. Den Riegel esse ich aber auch, wenn ich mal so zwischendurch Hunger habe, auch im Alltag. Und nicht zu vergessen die Powerballs, die liebe ich extrem. Die sind perfekt für Wettkämpfe. Dazu trinke ich dann den MVD, den Mineral Vitamin Drink. Diese Produkte sind aber auch im Alltag nützlich, wenn es einmal sehr stressig ist. Das ist viel gescheiter als irgend ein Junkfood. Das Um und Auf ist allerdings eine ausgewogene Basisernährung im Alltag.

RUNNING: Wie bist du gerade auf Produkte von Peeroton gekommen?
Ich arbeite ja im Sportartikelbereich und habe mich so auch mit Nahrungsergänzungsmitteln auseinandergesetzt und sie im Training und im Wettkampf ausprobiert. Da habe ich schnell bemerkt, dass ich die Produkte von Peeroton gut vertrage und dass sie mir helfen, meine Leistung zu bringen. Und so kam das Ganze dann im wahrsten Sinn ins Laufen.

RUNNING: Wie sieht bei dir so ein normaler Alltag aus?
Kommt natürlich immer drauf an, auf welches Ziel ich hintrainiere. Ich achte darauf, dass ich genügend Schlaf bekomme. Starte mit einem guten Frühstück, zum Beispiel dem Peeroton Sportmüsli, das ich noch mit ein paar Früchten aufpeppe. Am Nachmittag mache ich dann meine Einheiten. Bei einem langen Lauf über 60 Kilometer geht ja schon die Hälfte vom Tag drauf. Sonst hab ich aber auch Tage, wo ich am Vormittag trainiere und am Nachmittag und am Abend Mobilisations- und Stabilisationsübungen mache. Der größte Block ist natürlich immer das Lauftraining und je nach Ziel entwickelt sich mein Trainingsmuster praktisch von selbst.

RUNNING: Wie bist du auf die Idee gekommen, 7 Tage auf einem Laufband zu laufen?
Das weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Ich möchte aber immer mal andere Sachen probieren. Ich bin schon einen Marathon in einem Windrad gelaufen, ich bin 10 Kilometer in einem Kreisverkehr gelaufen, ich bin schon mit dem Rennrad im Riesenrad gefahren. Das Laufbandlaufen kommt dem normalen Laufen sehr nahe, es ist aber mental doch was anderes, und das war der Reiz. Zuerst waren es 100 Kilometer, danach 12 Stunden und dann habe ich eben gleich den Sprung auf 7 Tage auf dem Laufband gemacht. Das war eine sehr emotionale Angelegenheit, es war teilweise über meine Grenzen hinaus, es waren schlussendlich 852 Kilometer. Und jetzt will ich natürlich den 14-Tage-Laufband-Weltrekord brechen. Das habe ich beim ersten Mal nicht geschafft, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht in der Lage dazu bin. Die Zeit war eben noch nicht reif. 

RAINER PREDL

■ Geboren: 15. Jänner 1990
■ Wohnort: Lassee, NÖ
■ Beruf: Laufschuhberater bei Intersport Winninger (Stadlau)
■ Erfolge (Auszüge): Österreichischer Rekordhalter im 6-Stunden-Lauf: 85,517 km Sahara-Marathon-Sieger 2014 4 x WM-Teilnehmer 100 km
Weltrekorde: 12 Stunden auf dem Laufband mit 149,5 km 7 Tage auf dem Laufband mit 852 km Marathon in einem Windrad in 4:21:37 Stunden 70 km um einen Küchentisch in 12:57:02 Stunden
■ www.rainerpredl.com